Die Diskussion rund um das Peterhans-Areal zeigt deutlich: Das Bevölkerungswachstum bewegt die Horner Bevölkerung. Viele fragen sich, wie viel Entwicklung unser Dorf verträgt – insbesondere mit Blick auf Schule, Verkehr und Lebensqualität. Diese Fragen sind berechtigt.
Für den Vorstand der FDP Horn ist wichtig festzuhalten: Die planerischen Grundlagen für die Entwicklung in Horn West wurden bereits vor über zehn Jahren geschaffen. Deshalb halten wir einen generellen Baustopp, wie ihn unter anderem der ehemalige Gemeindepräsident Hännes Bommer fordert, nicht für den richtigen Weg. Wenn Baurecht besteht, kann man Projekte nicht einfach auf Jahre hinaus blockieren.
Gleichzeitig nehmen wir die Sorgen der Bevölkerung ernst. Die Schule ist bereits heute stark ausgelastet. Das ist jedoch auch positiv. Viele Gemeinden kämpfen mit Schülerschwund und können keine Oberstufe mehr führen. Die Kinder müssen extern beschult werden. Gemeindepräsident Thierry Kurtzemann hat zu Recht darauf hingewiesen, dass der konkrete Gestaltungsplan entscheidend ist. Erst dort wird verbindlich festgelegt, wie dicht gebaut wird, wie die architektonische Gestaltung aussieht und wie viel öffentlicher Raum entsteht. Auf dieser Grundlage soll die politische Diskussion geführt werden.
Auch Reto Peterhans argumentiert, dass reine Gewerbehallen an bester Seelage wenig Sinn machen. Das ist nachvollziehbar. Wenn der Wohnanteil grösser wird, steigt der Wert des Grundstücks. Eine Mehrwertabschöpfung sieht das Gesetz in diesem Fall nicht vor. Die Frage nach dem «warum» muss der Legislative gestellt werden und nicht dem Grundstückeigentümer.
Unbestritten ist, dass die lange Verzögerung bei der Sanierung des Raduner-Areals und die damit verbundenen Rechtsstreitigkeiten der involvierten Parteien bei den Hornern keine Sympathien geschaffen haben. Über Jahre hinweg war das Gebiet ein Schandfleck am See und alles andere als eine Visitenkarte für Horn. Vor rund 20 Jahren wollte der Gemeinderat auf dem Radunerareal übrigens noch Hochhäuser bauen lassen – ein Vorhaben, das damals ebenfalls intensive Diskussionen ausgelöst hatte.
Wenn nun durch eine Richtplanänderung ein finanzieller Mehrwert entsteht, muss auch die Horner Bevölkerung davon profitieren. Oder einfach gesagt: Wenn der Kuchen deutlich grösser wird, darf auch die „Speckscheibe“ für Horn grösser sein. Das könnte über Beiträge an neuen Schulraum, an Infrastrukturprojekte, über die Gestaltung von öffentlichem Raum oder über Angebote für Kinder und Jugendliche erfolgen.
Entscheidend für die FDP ist jedoch, dass die Entwicklung nicht isoliert betrachtet wird. Es braucht ein Gesamtkonzept für dieses Gebiet – insbesondere für den öffentlichen Raum am Seeufer. Der See ist das wichtigste Naherholungsgebiet unseres Dorfes und gehört allen. Es sollen keine Schlafsilos entstehen, deren Bewohner nicht am Dorfleben teilnehmen.
Die Ausarbeitung eines Gestaltungplan kann auch neue Perspektiven eröffnen.<s> </s>So könnte z.B. im Gebiet Horn West ein zusätzlicher attraktiver Seezugang für Badende geschaffen werden, von dem sowohl «alte» wie auch «neue» Horner profitieren würden.
Die FDP Horn steht weder für eine ungebremste und ausufernde Bautätigkeit noch für eine Baupolitik, welche von persönlichen Animositäten abhängig und damit willkürlich ist. Wir setzen uns für eine qualitativ hochwertige Dorfentwicklung ein, von welcher alle Bevölkerungsschichten profitieren.
Ob die geplante Überbauung auf dem Peterhans Areal für die Horner Bevölkerung einen Mehrwert bringt und die entstehenden Gebäude sich in die Uferlandschaft einordnen, wird die FDP Horn nach Vorliegen des konkreten Gestaltungsplans im Rahmen einer Mitgliederversammlung entscheiden.